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Fokus Sozialraum - Auf dem Weg zu mehr Bildungsgerechtigkeit

Art: Seminar
Ort: Ökohaus Ka Eins,
Kasseler Straße 1a,
60486 Frankfurt am Main
Datum: 21.06.2018
Uhrzeit: 10:00–16:00 Uhr
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Zukunfts- und Bildungschancen von Kindern werden bereits sehr früh verteilt – und weisen einen starken Bezug zum jeweiligen räumlichen Umfeld mit entsprechenden infrastrukturellen, sozialen und gesellschaftlichen Prägungen auf. Damit kann der sozialräumliche Ansatz ein wichtiges Werkzeug des datenbasierten kommunalen Bildungsmanagements sein, um gezielte Infrastruktur- und Maßnahmenplanungen im Bildungsbereich vorzunehmen, Präventionsmöglichkeiten zu erschließen und Bildungsakteure sinnvoll zu vernetzen.

Die Idee zu dem Auftaktseminar entstand hieraus und sollte dazu dienen, eine analytische Perspektive einzunehmen, erste Orientierung in dem Ansatz der Sozialraumanalyse zu geben und Grundbegriffe zu klären. Die Teilnehmenden konnten so in erste Diskussionen mit Expertinnen und Experten gehen und Möglichkeiten für ihre Kommune in dem Themenfeld (auch kritisch) betrachten.

Sozialraumorientierung – Was ist das?

Der Vortagsredner führt mit seiner Präsentation in das Thema ein.
In seinem umfassenden Vortrag behandelt Volker Kersting (ZEFIR) sowohl Grundlagen als auch weiterführende Fragen zur Rolle des Sozialraums in der kommunalen Bildungsberichterstattung.

Volker Kersting vom Zentrum für interdisziplinäre Regionalforschung (ZEFIR) der Ruhr-Universität Bochum und ehemaliger Leiter der "Stadtforschung und Statistik" der Stadt Mülheim an der Ruhr, war als Experte für den Tag geladen. In einem ersten Teil ging er auf die historischen und wissenschaftlichen Hintergründe sowie die Motivation zur Nutzung eines sozialräumlichen Analyseansatzes ein. Besonders die konzeptuelle Klärung der Raumkategorisierung, die jeweils zugrunde gelegt wird, ist bei einer Sozialraumanalyse (SRA) von Bedeutung, denn hier herrscht durchaus keine Einigkeit – dies ist bei der Diskussion über Sozialräume grundlegend zu beachten. Im Anschluss wurden verschiedene Datenquellen für eine kleinräumige Betrachtung vorgestellt und diskutiert. Neben gängigen und bekannten Datenquellen ist hier besonders die gute Nutzbarkeit von Gesundheits- oder auch Wahldaten zu nennen, aber auch von Daten, die bereits in Kommunen vorliegen. Herr Kersting betonte hier die Nützlichkeit einer abgeschotteten Statistikstelle bei der Datensammlung und klärte einige Fragen bezüglich der Einrichtung einer solchen sowie grundlegender Datenschutzfragen.

Experten im Gespräch

Teilnehmende hören mit Interesse das Interview mit den Fachleuten.
Zuhörende verfolgen interessiert das Gespräch mit Günther Bachmann (Stadt Darmstadt/ Bildmitte links) und Simone Mazari (KuBiDAG/ Bildmitte rechts).

Nach der Mittagspause diskutierten Günther Bachmann, Leiter der Abteilung Statistik und Stadtforschung der Wissenschaftsstadt Darmstadt, und Dr. Simone Mazari, freiberufliche Wissenschaftlerin und Expertin für die Umsetzung eines kommunalen Bildungsmonitorings, in einem Expertengespräch über Motivation, Umsetzung und Auswirkungen einer sozialräumlichen Orientierung im kommunalen Bildungsmonitoring und insbesondere in der Bildungsberichterstattung. Die beiden Experten konnten dabei aus ihren umfangreichen Erfahrungen berichten, um anschließend auf Nachfragen der Teilnehmenden einzugehen.

Statistische Methoden

Der Nachmittag widmete sich statistischen Methoden und Verfahren einer Sozialraumanalyse. Neben statistischen Grundlageninstrumenten und deren Nutzung ging Volker Kersting im Speziellen auf Möglichkeiten und Unterschiede bei der Raumabgrenzung sowie auf Grenzen eines methodisch so ausgerichteten kleinräumigen Monitorings ein.

Was kann ein kommunales Bildungsmonitoring hierfür leisten?

Eine gute Bildungsberichterstattung verbindet institutionelle und soziale mit räumlichen Ansätzen. Die Aufgabe des Bildungsmonitorings ist es, laut Kersting, hierdurch Zusammenhänge aufzuzeigen, Transparenz zu schaffen und so die Folgen ungleicher Bildungschancen zu mindern. Bildungsungleichheit und Armut seien zwar bundesweite Probleme, es gehe aber darum, deren Effekte zu mindern und passende Ressourcen bereitzustellen. Die Aufklärungsfunktion bei der Bildungsberichterstattung ist außerdem von besonderer Bedeutung, um Diskurse anzuschieben, politische Legitimation sowie Vernetzung zu erreichen.

Weiterführung

Die Transferagentur wird diesen Auftakt nutzen, künftig weitere Angebote im Themenfeld der Sozialraumorientierung aufzubauen sowie eine Publikation zum Seminarthema zu veröffentlichen.

Kontakt

Julia Klausing
Telefon 069 27224-741
E-Mail: julia.klausing@remove-this.transferagentur-hessen.de

Eva Schäfer
Telefon 069 27224-731
E-Mail: eva.schaefer@remove-this.transferagentur-hessen.de 

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