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Bürgerinteresse im Fokus - Agile Ansätze im Kommunalen Bildungsmanagement

Art: Strategieforum Bildungsmanagement
Ort: Landratsamt Groß-Gerau, Wilhelm-Seipp-Str. 4, 64521 Groß-Gerau
Datum: 31.10.2019
Uhrzeit: 13:00–17:00 Uhr
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Einer der Impulsgeber erläutert die zwölf Prinzipien der Agilität.
Referent Thomas Michl vom Forum Agile Verwaltung e. V.

Agilität als Hilfsmittel im Umgang mit Komplexität im kommunalen Bildungsmanagement

Kommunales Bildungsmanagement zeichnet sich durch eine Vielzahl an Akteuren aus, die für effektive und effiziente Ergebnisse eng und verzahnt zusammenarbeiten müssen. Das allein, ist bereits keine einfache Aufgabe. Zusätzliche Komplexität ergibt sich, weil diese Akteure in unterschiedlichsten Umfeldern mit sehr diversen Interessenslagen, Rahmenbedingungen und weiteren Einflussgrößen agieren, die sich durch eine hohe Volatilität auszeichnen. Hier können agile Ansätze helfen, einen unterstützenden Rahmen zu bilden. Im Zuge des "Strategieforum Bildungsmanagement" am 31.10.2019 in Groß-Gerau diskutierte daher Thomas Michl vom Forum Agile Verwaltung e.V. mit den Teilnehmenden, wie das agile Manifest mit seinen 12 Prinzipien die Entwicklung von Kommunalem Bildungsmanagement befördern kann.

Herantasten an die bestmögliche Lösung

Ein wesentliches Kennzeichen von Komplexität ist, dass sie Unwägbarkeiten birgt. Wirkzusammenhänge zeigen sich oft erst in der Umsetzung und müssen erst "erforscht" werden. Es gibt keine einfachen Lösungen für mehr Bildungsgerechtigkeit, sondern nur ein Herantasten an die bestmögliche Lösung. Diese muss unter den bekannten Annahmen im Laufe der Zeit verfeinert und fortgeschrieben werden. Hier kann Agilität unterstützend wirken, denn ein empirisches Vorgehen, bei dem in iterativen Schritten Teilergebnisse entwickelt, angepasst und fortentwickelt werden, ist ein Kernelement aller agilen Ansätze. So werden im Sinne des PDCA-Zyklus (Plan-Do-Check-Act-Zyklus) Arbeitshypothesen aufgestellt, umgesetzt, mittels Bildungsmonitoring überprüft und dann weiterentwickelt.

Bürgerinteresse im Fokus der Lernprozesse

Eine wichtige Rolle spielt auch der Lernprozess bei agilen Methoden. Dieser fokussiert einerseits das Ergebnis und legt daher einen Schwerpunkt auf die Zusammenarbeit mit allen Beteiligten. Andererseits wird eine möglichst schnelle Rückkopplung mit den unterschiedlichen Zielgruppen angestrebt. In beiden Fällen ist der Referenzpunkt dadurch bestimmt, inwieweit die Ergebnisse der Arbeit tatsächlich Fortschritte im Sinne des Arbeitsauftrags bedeuten – in diesem Fall also inwieweit eine deutliche Verbesserung von Bildungsgerechtigkeit und Bildungsteilhabe für die Einwohner erzielt wird. Zugleich wird auch die Qualität der Zusammenarbeit in kurzen Abstimmungsschleifen auf den Prüfstand gestellt, um das große Ziel bestmöglich zu erreichen. Dies ermöglicht ein organisationales Lernen im Sinne einer ständigen Anpassung an neue Erkenntnisse und damit ein Weiterentwickeln unter den Bedingungen der Komplexität.

Kommunikation ist zentral

Für das Gelingen dieses Lernprozesses sind Transparenz und eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten wesentliche Voraussetzungen. Die Kommunikation nimmt damit einen bedeutenden Stellenwert ein. Agile Ansätze intensivieren die Prozesskommunikation enorm. Zudem befördern sie den Wissenstransfer sowie Austausch im Sinne einer ergebnisfokussierten und zielgruppenorientierten Entwicklung der Bildungslandschaft innerhalb selbstorganisierter Einheiten. Dem zugrunde liegt die Annahme, dass unter den Bedingungen der Komplexität selbstorganisierte Teams die ihnen gestellte Aufgabe effektiver und effizienter lösen können als klassische Teamorganisationsmodelle. Sie sind in der Lage schneller auf neue Erkenntnisse und hieraus resultierende Anpassungen zu reagieren. Agile Ansätze stellen daher eine interessante Erweiterung der Werkzeugkiste des kommunalen Bildungsmanagements dar, die gerade in den Themenfeldern als besonders hilfreich wirken kann, in denen die Komplexität hoch ist.

Text: Thomas Michl, Forum Agile Verwaltung e. V. & Transferagentur Hessen

Kontakt

Dr. Karin Becker
Telefon: 069 27224-728
E-Mail: karin.becker@remove-this.transferagentur-hessen.de

Carolin Seelmann
Telefon: 069 27224-735
E-Mail: carolin.seelmann@remove-this.transferagentur-hessen.de