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Gestaltung von Kooperation in der Bildung – von der Last zur Lust an der Zusammenarbeit

Art: Seminar
Ort: Kreisverwaltung Marburg-Biedenkopf, GAZ (Gefahrenabwehrzentrum), Räume C108 und C109, Im Lichtenholz 60, D-35043 Marburg
Datum: 20.04.2016
Uhrzeit: 13:00 – 17:30 Uhr
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Die Kreisverwaltung des Landkreises Marburg-Biedenkopf war Gastgeber für das Seminar der Transferagentur Hessen, das sich den Chancen und Herausforderungen in Bildungsnetzwerken widmete. Insgesamt 18 Fach- und Führungskräfte informierten sich über die gelingende Gestaltung von Kooperation, über die auftretenden Herausforderungen bei der gemeinschaftlichen Erarbeitung von Lösungen für Bildungsprobleme und über das Zusammenspiel der Akteure im Rahmen eines Kommunalen Bildungsmanagements.

Grundsätze erfolgreicher Kooperation

Eine Kooperation gelingt dann gut, wenn die Beteiligten an die regionalen Bedarfe anknüpfen, sich auf ein gemeinsames Ziel verständigen, ihre jeweiligen Kernkompetenzen einsetzen und am Aufbau von Vertrauen und der Entwicklung einer gemeinsame Identität arbeiten. Werden diese Grundsätze berücksichtigt, dann gehen alle gemeinsam für die Region in die Verantwortung, neue Ideen entstehen, Ressourcen werden zusammengeführt und die Ausstrahlung von Angeboten und Aktionen gesteigert. Dr. Gudrun Stahn, Mensch, Arbeit & Technik Organisationsentwicklung GmbH, erläuterte diese Zusammenhänge in ihrem Impulsbeitrag. Sie empfahl, das Netzwerk zeitlich und thematisch gut zu strukturieren, um Verbindlichkeit herzustellen und sich in der komplexen Thematik nicht zu verlieren.

Großer Management- und Moderationsbedarf

Um den daraus resultierenden permanenten Management- und Moderationsbedarf zu decken, wird ein Netzwerkmanagement benötigt. Dieses initiiert beispielsweise den Zielentwicklungsprozess und stellt die Finanzierung sicher. Es übernimmt aber auch operative Aufgaben wie Konzeptentwicklung, Kontaktpflege und Anbahnung von Kooperationen und setzt in der administrativen Funktion u. a. Qualitätskriterien um.

Referent Hartmut Allgaier erläutert die Elemente eines erfolgreichen Bildungsmanagements.
Referent Hartmut Allgaier erläutert die Elemente eines erfolgreichen Bildungsmanagements.

Das "Netzwerk Bildung und Migration" in Freiburg

Im Anschluss daran stellte Hartmut Allgaier, Leiter des Freiburger Bildungsmanagements, vor, wie das Netzwerk "Bildung und Migration" entstand. Die Daten aus dem Bildungsbericht 2008 zeigten eine schulische Benachteiligung für die Schülerschaft ohne deutsche Staatsangehörigkeit in Freiburg auf. Der Gemeinderat beschloss daraufhin die Gründung einer Kommunikationsplattform zur Einbindung der Akteure aus den Themenbereichen Bildung und Migration. In diesem "Netzwerk Bildung und Migration" werden Bedarfe benannt, Handlungsperspektiven diskutiert sowie Konzepte entwickelt und umgesetzt. Der Erfolg des Netzwerks liegt in der konsequenten Umsetzung des Grundsatzes der Partizipation begründet. Das Netzwerk wurde institutionen- und professionsübergreifend besetzt und erhält Rückendeckung von der politischen Spitze. Man verständigte sich auf gemeinsame Ziele, identifizierte Schwerpunktthemen und entwickelte Maßnahmen. Beispielsweise wurde im Thema Sprachbildung bei der Förderung von Sprachkompetenz, der Verzahnung bestehender Programme, der Qualifikation von Fachkräften und der Ausrichtung an Qualitätsstandards angesetzt. Schnell entstand im Netzwerk unter den Beteiligten ein Gefühl der Begegnung auf Augenhöhe, mit der Zeit entstand Vertrauen. Die Auswertung der Mitgliederbefragung macht deutlich, dass sich die Transparenz über Anbieter und Angebote und die Abstimmung unter den Akteuren deutlich verbessert haben und die Akteure aus den Treffen viele Impulse für die eigene Arbeit mitnehmen.

Strukturen und Prozesse für integriertes Planen und Handeln

Das Freiburger Netzwerk wird begleitet von einer Arbeitsstruktur, die sicherstellt, dass Impulse aufgenommen und Themen gesetzt werden können und dass eine praxisnahe und inklusive Projektumsetzung erfolgt. Die verwaltungsinterne Steuergruppe steuert, koordiniert und hält das Netzwerk strukturell zusammen. Außerdem bereitet sie die Ergebnisse auf und diskutiert sie mit der thematisch besetzten Koordinationsgruppe. Die Arbeitsgruppen agieren selbstständig und eigenverantwortlich um Projekte umzusetzen und Ergebnisse zurück ins Netzwerk zu spiegeln. Das Netzwerk "Bildung und Migration" ist eingebunden in das Kommunale Bildungsmanagement in Freiburg. Seine Ergebnisse werden also in andere bestehende Gremien hinein kommuniziert und dort diskutiert. Dadurch werden weitere Partner eingebunden und integriertes Planen und Handeln wird möglich.

Referentin Dr. Gudrun Stahn geht auf Herausforderungen ein, die bei der Arbeit in Netzwerken entstehen können.
Referentin Dr. Gudrun Stahn geht auf Herausforderungen ein, die bei der Arbeit in Netzwerken entstehen können.

Instrumente als konkrete Unterstützung im eigenen Arbeitsumfeld

In der anschließenden Arbeitsgruppenphase wurden von Frau Dr. Stahn verschiedene Instrumente zur erfolgreichen Konstituierung und Zusammenarbeit kommunaler Bildungsnetzwerke vorgestellt. Dabei wurden die Themen erfolgreiche Partnergewinnung, gemeinsame Zielfindung und Rollenklärung der Beteiligten eines kommunalen Bildungsnetzwerkes behandelt. Anhand konkreter Probleme der Zusammenarbeit in ihren Netzwerken erfuhren die Teilnehmenden, wie sie diese Instrumente in ihrem Arbeitsumfeld einsetzen können.

Vom Bildungsnetzwerk zum Kommunalen Bildungsmanagement

In der zweiten Arbeitsgruppe wurde mit Blick auf die BMBF-Förderung von Bildungskoordination in den Kommunen mit Herrn Allgaier diskutiert, wie es gelingen kann, an die vorhandenen Netzwerke und Strukturen zum Thema Migration und aus den hessischen Bildungsprogrammen anzuknüpfen, und das Förderprogramm als Einstieg in ein Kommunales Bildungsmanagement zu nutzen. Es zeigte sich, dass im Zuge der Antragstellung in den Kommunen ein hoher Informations- und Beratungsbedarf zu den Aufgaben und zum Stellenprofil der Bildungskoordination und zur Frage der Anbindung in der Verwaltung besteht sowie ein hohes Interesse an einem institutionalisierten Austausch der Kommunen. Hierzu bietet die Transferagentur Hessen unterstützend auch weiterhin bedarfsgerechte Veranstaltungsformate an.

 

 

Kontakt:

Dr. Karin Becker
Telefon: 069 / 27224-728
E-Mail: karin.becker@remove-this.transferagentur-hessen.de

Hardy Merz
Telefon: 069 / 27224-24
E-Mail: hardy.merz@remove-this.transferagentur-hessen.de

Transferagentur Kommunales Bildungsmanagement Hessen
Telefon: 069 / 27224-750
Fax: 069 / 27224-30

INBAS GmbH, Herrnstraße 53, 63065 Offenbach

Bildnachweis

Headerfoto: Landkreis Marburg-Biedenkopf

Fotos Text: INBAS GmbH

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