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"Auf den Anfang kommt es an! Frühe Bildung in der Kommune koordinieren"

Art: Seminar
Ort: Lebensräume, Herrnstraße 55, 63065 Offenbach am Main
Datum: 17.06.2015
Uhrzeit: 10:00-16:00 Uhr
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Frühe Bildung ist ein wichtiger Bereich der kommunalen Bildungslandschaft. Eine anregungsreiche Umgebung ebnet Kindern den Zugang zum lebenslangen Lernen. Für die kommunale Gestaltung und Koordinierung früher Bildung ist zunächst die konkrete Situation vor Ort ausschlaggebend. Neben den Bedarfen der Eltern und ihrer Kinder stehen die Angebote von Kitas und Familienbildung im Zentrum. Ergebnisse der Bildungsforschung und übergeordnete Planungen stellen weitere wichtige Koordinaten dar. Kommunale Bildungskoordinatoren/innen nutzten das Seminar der Transferagentur Kommunales Bildungsmanagement, um sich zu informieren und mit Kollegen/innen über Erfahrungen wie auch Strategien auszutauschen.

Dr. Minja Dubowy von der Universität Frankfurt (rechts) präsentiert Entwicklungen aus der Bildungsforschung.
Dr. Minja Dubowy von der Universität Frankfurt (rechts) präsentiert Entwicklungen aus der Bildungsforschung.

Dr. Minja Dubowy von der Goethe-Universität Frankfurt verschaffte den Teilnehmenden zunächst einen Überblick über die Entwicklung und die Ergebnisse der Bildungsforschung. Erst seit dem sogenannten Pisa-Schock in Deutschland gewinnt Bildung im Elementarbereich und damit auch deren Erforschung an Bedeutung. Wichtige Ergebnisse: Frühe Bildung zeigt positive Langzeiteffekte auf die kognitiven Kompetenzen. Zentral hierfür ist die Betreuungsqualität der Kitas. Und diese ist neuen Untersuchungen zufolge ausbaufähig. Zudem weisen empirische Studien nach, dass der volkswirtschaftliche Nutzen früher Bildungsangebote, deren Kosten deutlich übersteigt.

Bildungs- und Erziehungspläne

Schon im Jahr 2004 beschloss die Kultusministerkonferenz einen gemeinsamen Rahmen für die frühe Bildung in Kindertageseinrichtungen. In der Folge entstanden 16 unterschiedliche länderspezifische Konzeptionen. Dr. Minja Dubowy skizzierte die Ziele, Bereiche und Schlüsselprozesse des Hessischen Bildungs- und Erziehungsplans (HBEP). Die Teilnehmenden bilanzierten ihre Erfahrungen, dass der HBEP sich positiv auf die kommunale Koordinierung früher Bildung in ihren Kommunen ausgewirkt hat. Kitas nehmen ihren Bildungsauftrag an. Die Qualität der Betreuungs- und Bildungsangebote verantworten die Kommunen und die Träger der Kitas. Gelingende Bildungsübergänge sind für Bildungsbiografien von großer Bedeutung; Kommunen gestalten diese z.B. indem sie abgebende und aufnehmende Institutionen motivieren gemeinsam Konzepte und Angebote zu entwickeln (z. B. Kitas und Grundschule im Bezirk).

Kommunale Konzepte und Erfahrungen - Beispiele guter Praxis

Bildungsübergänge haben sich auch zu einem wichtigen Bereich kommunaler Gestaltung und Koordinierung entwickelt. Die kommunalen Vertreter aus Baunatal, Idstein und Offenbach skizzierten jeweils ihr kommunales Übergangsmanagement von der Kita in die Grundschule und dessen Einbettung in Kooperations- und Steuerungsstrukturen.

Frank Grasmeier, Koordination für Bildungsplanung in Baunatal, schildert, wie die Kommune mit dem Konzept des Bildungsforums und per Magistratsbeschluss 2007 den Prozess einer kommunalen Bildungsplanung initiierte. Große Bedeutung für die gute Gestaltung des Übergangs von der Kita in die Grundschule hat die enge Kooperation der beiden Institutionen (gemeinsame Sitzungen, Fortbildungen, Maßnahmen und Angebote); Kitas und Schulen sind wiederum in der entsprechenden AG tätig und somit im Bildungsforum Baunatal verankert. Am Bildungsforum beteiligen sich bis zu 80 Bildungsakteure u.a. von der Stadtverwaltung, freien Träger, Schulen und anderer Institutionen.

Markus Tuschy, zuständig für Bildungs- und Freizeitangebote bei der Stadt Idstein, berichtet von den koordinierenden Maßnahmen der Kommune, die auf Vernetzung vor Ort, Qualitätsentwicklung und die Einbindung externer Expertise setzt. Meilensteine stellen hierbei der Trägerkreis Idsteiner Kitas (einigte sich 2007 auf gemeinsame Ziele und eine enge Zusammenarbeit), das flächendeckende, von externen Fachkräften durchgeführte Sprachscreening, die Implementierung der "Wiesbadener Empfehlungen" beim Übergang Kita-Grundschule und die Gründung des Idsteiner Familiennetzwerks dar.

v. l. n. r.: Referent Kai Seibel (Stadt Offenbach a.M.) im Gespräch mit Beatrice Ploch (INBAS GmbH) und Markus Tuschy (Stadt Idstein)
v. l. n. r.: Referent Kai Seibel (Stadt Offenbach a.M.) im Gespräch mit Beatrice Ploch (INBAS GmbH) und Markus Tuschy (Stadt Idstein)

Kai Seibel leitet die Fachstelle Bildungskoordination und Beratung der Stadt Offenbach. Er berichtet, dass Offenbach bei der Bildungskoordination zunächst auf das Monitoring setzte (AG und Erziehungs- und Bildungsberichte seit 2006). Danach wurde zwischen Stadt und Staatlichem Schulamt für die Stadt und Landkreis Offenbach eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet und ein Fachbeirat "Kooperationsvereinbarung Schnittstelle Elementarbildung – Grundschule" gegründet, der Ziele und Maßnahmen der Übergangsgestaltung abstimmt (z.B. gemeinsame Fortbildungen, Hospitationen der Fachkräfte, sozialraumorientierte Übergangstreffen, die erste städtische Übergangskonferenz). Eingebettet sind diese Aktivitäten in die übergeordneten kommunalen Strukturen: Bündnis für Bildung (fachliche Begleitung der kommunalen Aktivitäten durch wichtige Bildungsakteure, Wissenschaft und Stiftungen) und die AG Bildungskoordination, die die kommunale Steuerung der mit Bildung befassten Ämter und Institutionen vornimmt. Die Teilnehmenden waren beeindruckt von der Reichweite der Praxisbeispiele und nahmen gerne die Möglichkeiten und Impulse für den eigenen Handlungsbereich auf. Formuliert wurde der Wunsch, dass Schulen sich stärker im Rahmen der kommunalen Bildungskoordinierung engagieren.

Kontakt:

Carolin Seelmann
Telefon: 069 / 27224-735
E-Mail: info@remove-this.transferagentur-hessen.de
Fax: 069 / 27224-30

Transferagentur Kommunales Bildungsmanagement Hessen
INBAS GmbH, Herrnstraße 53, 63065 Offenbach

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