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20.12.2019

PISA: die Schere geht weiter auf

Alle drei Jahre untersucht im Auftrag der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) die internationale Schulleistungsstudie PISA (Programme for International Student Assessment) weltweit die Kompetenzen von 15-Jährigen beim Lesen, in Mathematik und den Naturwissenschaften. Nun sind die aktuellen zum siebten Mal die Ergebnisse erschienen, für die in Deutschland 5451 Jugendliche getestet wurden.

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Im Bereich der Lesekompetenz zeigt sich die eine durch soziale Herkunft beeinflusste Differenz der Jugendlichen stärken. Bild: S.Hosfschläger/pixelio

Aufwärtstrend lässt nach

Seitdem die PISA-Studie vor 18 Jahren erstmals erschien, wurde im deutschen Bildungswesen viel unternommen, um die damals überraschend negativen Werte zu verbessern. Die diesjährige Veröffentlichung lässt aber die Vermutung zu, dass Engagement habe nachgelassen: In allen drei Bereichen, Lesen, Mathe und Naturwissenschaften schneiden deutsche Schülerinnen und Schüler zwar besser ab als der OECD-Durchschnitt. So liegt der Anteil dieser Jugendlichen liegt zwischen 11 Prozent im Bereich Lesen, 10 Prozent in Naturwissenschaften und gut 13 Prozent in Mathematik. Doch trotz überdurchschnittlicher Ergebnisse gibt es einen Abwärtstrend in allen drei Bereichen. So tendiert die Prozentzahl bei der Lesekompetenz wieder zu der von 2009 und in den MINT-Fächern liegt der Wert sogar noch darunter.

In Lesekompetenzen zeigt sich der Abstand zwischen starken und schwachen Jugendlichen besonders

In der diesjährigen Untersuchung wurde der Schwerpunkt auf das Lesen gelegt. Dabei wurde erstmals eine Kompetenz abgefragt, die durch das Internet notwendig geworden ist, nämlich Texte und ihre Quellen auf deren Wahrheitsgehalt hin einschätzen zu können. Hier erreichten elf Prozent der Getesteten die beiden höchsten Kompetenzstufen, was ein Anstieg um 4 Prozentpunkte gegenüber 2009 bedeutet. Dieser Positivmeldung steht allerdings die alarmierende Zahl von 21 Prozent der Schülerinnen und Schüler, denen es zumindest große Mühen bereitet, Texte zu lesen und zu verstehen. Je nach Schulform schwankt diese Zahl sogar bis zu 29 Prozent mit steigender Tendenz. Darüber hinaus sind große Unterschiede nicht nur zwischen den verschiedenen Schulformen, sondern auch dann, wenn man das Merkmal „Migrationshintergrund“ hinzu zieht. Über 50 Prozent der Zugezogenen in der ersten Generation sind nur eingeschränkt fähig zu Lesen.

Soziale Herkunft weiterhin ausschlaggebend

PISA 2018 zeigt erneut, dass der Bildungserfolg von der sozialen Herkunft abhängt. Dies ist in Deutschland so stark, wie in kaum einem anderen Land. Besonders besorgniserregend ist, dass sich der Abstand zwischen benachteiligten und begünstigten Schülerinnen und Schüler seit 2009 wieder vergrößert. Dies zeigt sich auch am Schwerpunktfeld Leseleistung; während 2009 der Abstand zwischen benachteiligten und begünstigten Schülerinnen und Schülern bei bereits hohen 109 Punkten lag, liegt er jetzt bei 113 Punkten. Insofern ist es von gesamtgesellschaftlichem Interesse, (wieder bzw. weiter) mehr Fokus auf die Bildung zu legen und der Leseförderung dabei eine besondere Aufmerksamkeit zu geben.

Zur Studie selbst geht es hier.